Heute ist der 08.09.2010Mittwoch, 08.09.2010
 


Stichwortsuche

 
 
 


Rückrufservice

 
 
 

Virtuelles Rathaus

 
 
 
weitere Informationen

Newsletter

 
 
 

E-Mil

 
 
 
weitere Informationen

Marktplatz Laer

 
 
 
weitere Informationen

Münsterland-Portal

 
 
 
weitere Informationen


Blutspendetermine

 
 
 
weitere Informationen

Wetter

 
 
 


Demografiebericht Laer

Wappen Gemeinde Laer

Prognosen zur demografischen Entwicklung in der Gemeinde Laer


Demografietraining:
Aufgerüttelt durch die Zahlen der Fa. PlanLokal aus dem Jahre 2002, dem Bevölkerungsbericht 2005 der Bezirksregierung Münster, des Demografieberichtes der Bertelsmann-Stiftung 2006 und der Vorbereitungen zum Kreisentwicklungs-programm 2007 zu Prognosen zur demografischen Entwicklung der Gemeinde Laer bis zum Jahr 2020 und teilweise darüberhinaus auch bis zum Jahre 2050 haben Rat und Verwaltung der Gemeinde Laer im September und Oktober 2007 an einem Demografie-Training der Bertelsmann-Stiftung teilgenommen. In zwei Ganz-tagesveranstaltungen haben Ratsmitglieder und Verwaltungsmitarbeiter mit einer Trainerin der Bertelsmann-Stiftung folgende Themen diskutiert und beraten:

  • Sensibilisierung für den demografischen Wandel und die Entwicklung von Handlungskonzepten durch Rat und Verwaltung,
  • Informationen über aktuelle Erkenntnisse zum demografischen Wandel wurden vertieft,
  • die Relevanz der Gemeinde Laer wurde reflektiert und die Wichtigkeit des demografischen Wandels verdeutlicht,
  • Handlungsbedarfe wurden benannt,
  • eine Zielpyramide entwickelt,
  • Ideen in Arbeitsgruppen entwickelt, z.B. eine Balance zwischen Wohnen, Arbeiten und Familie herstellen (vor allem im Bereich Kultur, Sport), das Programm Leader plus umsetzen (Lokale Agenda 21, Dorfentwicklungskonzept 2002, ILEK 2006), die Familienfreundlichkeit, Familienzentren, Offene Granztagsgrundschule - OGGS, Vereine, Jugendarbeit, Beteiligung, eigene Stärken offensiver nach draußen tragen, innerorts und interkommunal zusammen arbeiten, Verzicht auf Neuausweisungen und Neuansiedlungen, Ortskernentwicklung und Attraktivitätssteigerung, Alleinstellungsmerkmale.
  • eine Stärken-, Schwächenanalyse wurde entwickelt, z.B. Mobilität, Jugendpolitik, ehrenamtliches Engagement, Arbeitsplätze, Familien am Ort halten, Wohnen im Alter.
  • Weitere Prozessplanung: Betreuungsmöglichkeiten nach der 4. Klasse, Entwicklung der Einpersonenhaushalte, Strategie für den Bereich Kinder und Familie (Alter 10 – 25 ), Finanzen.
  • Zukünfig sollen folgende drei Schritte verfolgt werden: einmal jährlich Strategiekonferenz mit den Entscheidern aus Politik und Verwaltung, um den Stand der Arbeit zu reflektieren, Übersetzung der erarbeiteten Ziele in ein Strategiepapier und ein drittes Treffen im Frühjahr 2008, Erstellung eines Zeit- und Maßnahmenplans.

Die Demografieproblematik ist damit in der Gemeinde angekommen. Eine Fülle von Ideen und Maßnahmen wurden diskutiert. Zunächst ist es aber wichtig für die Gemeinde, einen Zeit- und Maßnahmenplan zu erarbeiten und danach auch abzuarbeiten.

Demografieprognosen für Laer:
Grundlagen:

  • Zahlen der Fa. PlanLokal aus dem Jahre 2002:
    Die Fa. PlanLokal hat im Jahre 2002 im Auftrage der Gemeinde eine Entwicklungsplanung Laer erarbeitet, die Grundlage für die weitere Entwicklung der Gemeinde auf allen Gebieten ist.
  • Bevölkerungsbericht 2005 der Bezirksregierung Münster,
  • Demografiebericht der Bertelsmann-Stiftung 2006,
  • Demografiebericht des Kreises und das Kreisentwicklungsprogramm 2020.

Vor dem Hintergrund einer positiven Geburtenrate, die 2003 weltweit für Schlagzeilen sorgte, hat es die Verantwortlichen der Gemeinde umso schmerzlicher getroffen, als die o.g. Prognoseberechnungen, die sich in etwa decken, für Laer für das Jahr 2020 eine Einwohnerzahl von 5.300 gegenüber heute 6.348, für das Jahr 2035 eine Einwohnerzahl von 4.000 und für das Jahr 2050 eine Einwohnerzahl von 2.400 vorhersagen. Also mehr als eine Halbierung der Bevölkerung. Laer liegt damit mit einem Index von 37,2 neben Lienen mit einem Index von 55,3 auf dem letzten Platz der Bevölkerungsentwicklung. Es war ein Schock für die Politik, die Verantwortlichen in der Verwaltung und auch für die BürgerInnen von Laer, als diese Zahlen bekannt wurden. Erklären konnte sich niemand diese schlechte Prognose, die auf Basiszahlen aus dem Jahr 2000 – 2004 gründen. Die Gemeinde hofft, dass diese Prognose nicht Wirklichkeit wird oder nur abgemildert eintritt.

Eine von der Gemeinde im Jahre 2006 beim LDS in Auftrag gegebene weitere eigene Proberechnung auf der Grundlage der Entwicklungen der Jahre 2002 – 2005 legt erheblich bessere Zahlen für Laer vor, als die bisher erwähnten und zwar:
Bei den Geburten: Steigerung von 75 Geburten im Jahre 2006 = 11,75 pTE auf 92 Geburten im Jahre 2025 = 13,75 pTE.
Sterbefälle: von 56 Sterbefällen im Jahre 2006 auf 69 Sterbefällen im Jahre 2025, also eine moderate Steigerung,
Einwohner: von 6.378 im Jahre 2006 auf 6688 im Jahre 2025 = + 310 E oder + 4,86 %, guter Wert über 20 Jahre, deckt sich in etwa mit der Prognose der Fa. PlanLokal.

Es ergibt sich also innerhalb eines sehr kurzen Grundzeitraumes ein völlig anderes Bild, weil die Basisjahre andere waren. Daher hofft die Gemeinde, dass die schlechten Prognosen zumindest nur abgemildert eintreten werden.

Natürliche Bevölkerungsentwicklung:
Zu den Entwicklungen und Trends in den Kommunen des Kreises Steinfurt ist zu sagen:

  • Allgemein ist eine deutlich rückläufige Entwicklung der Geburtenzahlen zu erwarten, aber nicht so in Laer.
  • Eine Zunahme der Sterbefälle,
  • eine steigende Lebenserwartung,
  • ein Rückgang der Zuzüge und
  • eine leichte Zunahme der Fortzüge auf Kreisebene.

Die Geburtenzahlen im Kreis Steinfurt haben sich in den Städten und Gemeinden unterschiedlich entwickelt. Insgesamt ist eine Steigerung der Zahl der Lebend-geborenen zu verzeichnen. Die höchste Zuwachsrate hatte hier, wie bereits erwähnt, die Gemeinde Laer mit über 85 % im Vergleich der Jahre 1976 bis 2000. Wie gesagt, im Jahre 2003 die höchste Geburtenrate mit 13,8 pTE in ganz NRW.

Die Zahl der Geburten wird entscheidend durch das Geburtenverhalten und die Anzahl der Frauen im gebärfähigen Alter geprägt. Der Bevölkerungsbericht 2005 der Bezirksregierung stellt hierzu für Laer fest, dass gerade hier Frauen im gebärfähigen Alter überproportional abgewandert sind (Alter 15 – 45 Jahre). Laer verfügt zwar über die höchste Fruchtbarkeitsrate in der Region, die dafür verantwortlichen Frauen werden in Laer aber immer weniger. Der dramatische Schwund dieser Bevölkerungs-gruppe wird hauptverantwortlich gemacht für die schlechte Prognose.

Die Sterbefallziffern für Laer schwanken jährlich. Eine Steigerung der Sterbefallziffer ist aufgrund der schwankenden Zahlen nicht festzumachen, wird aber wohl im Vergleich mit allen anderen Kommunen auch eine leichte Steigerung beinhalten. Bei den Sterbeziffern liegt die Gemeinde derzeit auf dem drittletzten Platz im Kreis.

Bei den Zuzügen von Erwerbsfähigen gegenüber 1995 – 1999 hat Laer neben anderen kleinen Kommunen die größten Verluste zu verzeichnen. Die Arbeitsplätze vor Ort fehlen. Bei den Fortzügen sieht es ähnlich aus im Vergleich zu den anderen Kommunen.

Bilanz der Bevölkerungsbewegung:
Die Bevölkerungsentwicklung von 1961 – 2006 im Kreis Steinfurt zeigte für Laer auch ein starkes Wachstum mit einem Index von 161,61 = 4. Platz aller Kreiskommunen. Wird dieser Index auf das Jahr 2000 – 2006 angelegt, so ist das Wachstum deutlich schlechter mit 99,45, also ein leichter Bevölkerungsrückgang und damit der zweitletzte Platz.

Nach dem Bevölkerungsbericht 2005 der Bezirksregierung hat Laer im Zeitraum 2000 bis 2004 einen Zugang bei der natürlichen Bevölkerungsbewegung von + 31, bei der Wanderungsbilanz jedoch einen Verlust von – 47 (Zuzüge 315 – Fortzüge 362), sodass die Gesamtbilanz ein Minus von – 16 Einwohnern ausmacht. Laer hat damit im Zeitraum 2000 – 2004 die schlechteste Bilanz aller Kommunen im Kreis. Diese Zahlen dienten auch als Grundlage für die Prognosen in die Zukunft 2020 und 2035 und 2050 und erklären somit auch die schlechte zukünftige Prognose.

Bei den Geschlechtern ist eine ungefähre Gleichverteilung zwischen Männern und Frauen in den Kommunen des Kreises Steinfurt zu verzeichnen. Der Anteil der Frauen ist leicht zurück gegangen. Laer nimmt hier mit einem Frauenanteil den letzten Platz und mit einem Anteil von 48,86 % ein.

Mehr als 5 % der Bevölkerung sind im Kreis ausländischer Abstammung.
Der Anteil der ausländischen Bevölkerung in Laer beträgt 6,35 %. Laer nimmt damit den 7. Platz ein von 24 Kreiskommunen, hat also schon jetzt eine hohe Integrationsleistung zu erbringen.

Altersaufbau:
Zum Altersaufbau der Bevölkerung im Kreisgebiet ist festzustellen, dass

  • der Anteil der Erwerbsfähigen an der Gesamtbevölkerung und der Anteil der Älteren an der Gesamtbevölkerung größer wird,
  • der Anteil der Kinder und Jugendlichen an der Gesamtbevölkerung rückläufig ist
  • und der Trend einer alternden Bevölkerung im Kreis Steinfurt anhält.

All dieses trifft auch auf die Gemeinde Laer zu. Zwischen den Kommunen gibt es nur geringfügige Unterschiede.

Künftige Bevölkerungsentwicklung:
Die demografische Entwicklung für die 24 Städte und Gemeinden des Kreises Steinfurt fällt in der kleinräumigen Gliederung sehr unterschiedlich aus. Es wird Gewinner und Verlierer geben.

Hier wird für Laer vorhergesagt, dass es bis 2020 einen Bevölkerungsverlust von gut 16 % geben kann. Laer wäre dann der größte Verlierer im Kreis. Bis 2035 ist für Laer
noch ein größerer Verlust prognostiziert, nämlich 37 %. Der Zeithorizont bis 2050 weist dramatische Verluste für Laer von 55 % aus. Diese Zahlen sind deprimierend. Wir hoffen alle in Laer, dass diese Zahlen und Vorhersagen nicht eintreten.

Die Verantwortlichen in Staat und Gesellschaft bis zur kleinsten Zelle, den Kommunen, müssen sich auf die Auswirkungen und zukünftigen Veränderungen einstellen und zwar in allen Bereichen: Wirtschaft und Arbeitsmarkt, Sozialsysteme und die soziale und technische Infrastruktur. Die Gemeinde versucht, wie bereits erwähnt, gegenzusteuern, indem das Thema Demografie und deren Auswirkungen auf das Gemeindeleben zum Dauerthema wird und bei allen Entscheidungen mitbedacht werden soll. Ob es die Kindergartenplätze sind, die Bereitstellung von Schulen, der Straßen- und Wegebau, die Neuausweisung von Wohnbaugebieten oder Gewerbe- und Industriegebieten, das Bauen im Bestand und in der geschlossenen Ortslage usw.

Die Gemeinde Laer ist nach den Demografietypen der Bertelsmannstiftung als Gemeinde im ländlichen Raum mit geringer Dynamik im Kreis eingestuft worden mit den charakteristischen Entwicklungen: schrumpfende Bevölkerung, deutliche Alterungsprozesse und wirtschaftliche Strukturschwäche.
Weiter siehe Kreisentwicklungsprogramm unter www.kreis-steinfurt.de.

Die Verantwortlichen in Politik, Verwaltung und Bürgerschaft in Laer haben die Zeichen der Zeit erkannt und ergreifen auf vielen genannten Handlungsfeldern die Initiative. Allein wird Laer die Auswirkungen der Demografie nicht schultern können. Dafür sind die Auswirkungen europaweit zu groß. Aber jeder muss seinen Teil auf den ihm möglichen Handlungsfeldern dazu beitragen.

Unter dem Motto

" Wer Zukunft gestalten will, muß die Vergangenheit kennen."


wird zukünftig die Politik in Laer gestaltet werden müssen. Aber auch die Regionalplanung muss den genannten und auch anderen negativen Trends durch geeignete Maßnahmen möglichst schnell gegensteuern. Laer hat damit aber nicht allein zu kämpfen, auch andere Kommunen sind mit diesen Problemen mehr oder weniger behaftet. Die sinkende Bereitschaft zum Kind und die hohe Lebenserwartung der Menschen verlängert die Alterspyramide in allen Orten
entscheidend. Die Gesellschaft und ihre Entscheidungsträger müssen sich die Konsequenzen bewusst machen.

In Zukunft wird auch der Konkurrenzkampf unter den Kommunen bei der Werbung um neue BürgerInnen steigen. Als Maßnahmen dagegen werden vorgeschlagen, dass wichtige Aspekte wie die Verbesserung der Infrastruktur, die Aufrechterhaltung der Sozialsysteme, die optimale Bildungssituationen und die Verbindung von Beruf und Familie und im kleinräumigen Bereich die kommunale Zusammenarbeit auf allen Gebieten, wo es möglich und sinnvoll ist, hoch anzusiedeln sind. Die Gemeinde hat hierfür mit der Dorfentwicklungsplanung der Fa. PlanLokal aus dem Jahre 2002 ein handlungsfähiges Konzept vorliegen, das Grundlage für alle Diskussionen und Entscheidungen sein sollte.

Mehr....
Dorfentwicklungsplanung für die Gemeinde Laer durch die Fa. PlanLokal aus 2002 (im Rathaus der Gemeinde Laer einzusehen)

Demografiebericht der Bertelsmann-Stiftung 2005 unter www.wegweiser-kommune.de

Bevölkerungsbericht der Bezirksregierung Münster 2006 unter www.bezirksregierung-muenster.de

Kreisentwicklungsprogramm und Demografiebericht des Kreises Steinfurt 2020 unter www.kreis-steinfurt.de

Laer, im Frühjahr 2008

Gemeinde Laer
Der Bürgermeister

Druckversion anzeigen