18. November 2025
Hunderte Bürgerinnen und Bürger, Vereine, Verbände, der Freiwilligen Feuerwehr und die Kirche folgten am Sonntag der Einladung zum Volkstrauertag und zogen gemeinsam in einem würdevollen Ehrenzug vom Rathausplatz zum Ehrenmal an der Pohlstraße. Organisiert wurde der Zug von Conrad Gerdes. Der Spielmannszug und das Blasorchester begleiteten die Gedenkveranstaltung musikalisch, bevor die Vereinigten Schützen feierlich den Kranz niederlegten.
Am Ehrenmal hielt Bürgermeister Manfred Kluthe die offizielle Ansprache und bezog sich dabei ausdrücklich auch auf die Opfer aus Holthausen. Er sicherte zu, dass die Gedenkfeier im kommenden Jahr wieder dort stattfinden werde.
In seiner Rede erinnerte er an die Ursprünge des Volkstrauertages, der zunächst den Toten des Ersten und Zweiten Weltkrieges gewidmet war. Heute gelte die Mahnung ebenso allen Opfern von Krieg, Gewalt und Terror – insbesondere jenen, die der nationalsozialistischen Verfolgung zum Opfer fielen. Die nahe gelegenen Stolpersteine seien ein sichtbares Zeichen dafür, dass die Erinnerung in Laer ihren festen Platz habe.
Kluthe stellte die enge Verbindung zwischen jüdischen Familien und der Dorfgemeinschaft heraus. Er erinnerte daran, dass jüdische Mitbürger einst selbstverständlich Teil des Vereinslebens waren: Sie engagierten sich im Turn- und Sportverein, in den Schützenvereinen und in der Freiwilligen Feuerwehr. Der Jude Max Herimbach wurde 1927 sogar Schützenkönig der Junggesellen-Schützenbruderschaft. Besonders hob Kluthe Meyer-Baer hervor, Kriegsveteran des Ersten Weltkriegs und Gründungsmitglied der Feuerwehr, der sich maßgeblich für die Errichtung des Ehrenmals eingesetzt hatte.
„Gerade hier spüren wir die Tragödie, die der Nationalsozialismus über unsere Gemeinde gebracht hat“, betonte der Bürgermeister. Die Erinnerung an diese Menschen bleibe Verpflichtung und Mahnung zugleich.
Kluthe rief die Bürgerinnen und Bürger dazu auf, sich gegen Ausgrenzung und Hass zu stellen – heute wie damals. Er machte deutlich, dass Haltung im Alltag beginne: nicht wegzusehen, aufmerksam zuzuhören, Worte bewusst und respektvoll zu wählen und füreinander einzustehen. Toleranz, Güte und ein friedliches Miteinander müssten Leitlinien des Zusammenlebens in Laer und Holthausen sein.
Zum Abschluss dankte der Bürgermeister allen beteiligten Vereinen sowie den Musikgruppen für ihren Beitrag zur würdevollen Gestaltung des Volkstrauertages und wünschte den Anwesenden einen gedenkbewussten Sonntag.